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Remote Scrum Master – Geht das?

Verteilt und remote arbeitende Teams sind nicht erst seit der Corona-Pandemie bekannt. Die Mitglieder vieler Teams arbeiten schon seit geraumer Zeit über Kontinente verteilt. Doch auch innerhalb Deutschlands sitzen nun die Teams verteilt und wollen eng und vertrauensvoll miteinander arbeiten.

In Zeit von Corona wird das Homeoffice (früher hieß diese Form der Arbeit Telearbeit) für mehr Menschen als bisher tägliche Realität. Aber die Arbeit von zu Hause aus, stellt besondere Herausforderungen an die Zusammenarbeit des Scrum-Teams und insb. an den Scrum Master (vgl. Scrum Guide 2020 veröffentlicht). Aufgrund der räumlichen und damit technischen Trennung unterliegen Kommunikation anderen Rahmenbedingungen, weil die direkte (Face-to-Face-)Kommunikation im selben Raum nicht machbar ist. Mal eben mit dem/der Kollegen/in bei einem Kaffee in der Teeküche über das vergangene Meeting reden, ist nicht möglich. Doch genau bei solch ungezwungenen Gesprächen erfährt der Scrum Master häufig, wie es dem Team geht und was die Teammitglieder beschäftigt.

Was unterscheidet Büro und Homeoffice?

Da wir uns nicht am selben Ort befinden, müssen wir auf Chat, Videotelefonie oder E-Mail zurückgreifen. Was zur Folge hat, dass nonverbale Kommunikation, wie Mimik, Gestik und Ausstrahlung, stark reduziert wird. Die Kommunikation wird weniger vielschichtig und es ist schwerer, Zwischentöne in Gesprächen und Diskussionen mitzubekommen. Einfach mal an den Kolleg:innen Schreibtisch zu gehen und nachzufragen, wie sein/ ihr Diskussionsbeitrag gemeint war, ist in einem Remote-Arbeitssetting nicht möglich bzw. bedarf einer speziellen Form von Software (z. B. 3D-Welten wie Second Life oder animierte Plattformen wie Gather. Gerade ein Scrum Master, dessen Aufgabe durch aktives Zuhören und Hinschauen gekennzeichnet ist, muss sich als Remote Scrum Master etwas einfallen lassen. Ich denke, damit ist die Frage, ob Remote Scrum Master geht, beantwortet – es muss gehen.

Remote Scrum Master – WIE geht das?

Die Aufgaben eines Scrum Masters reichen vom Facilitator über Beseitiger von Hindernissen bis hin zum Konfliktmediator und/ oder Berater für Organisationsdesign – alles Tätigkeiten, die persönliche Nähe zu brauchen scheinen. Doch es gibt Mittel und Wege, wie der Scrum Master auch bei einem verteilten Team die personelle Ebene stärken und seine Aufgaben gut erfüllen kann. Diese will ich Ihnen vorstellen:

Allzeit bereit!
Zunächst müssen die technischen Grundlagen geschaffen werden, damit die remote Kollaboration gelingen kann. Kameras und Mikrofone müssen die komplette Arbeitszeit über an sein. Vereinbaren Sie Zeitfenster in den diese von allen ausgeschaltet werden.

Die richtige Software einsetzen!
Plattformen, wie z.B. Microsoft Teams, Slack, Zoom oder Skype, sind eine einfache und inzwischen verbreitete Art über Video telefonieren zu können. Doch sie sind sehr statisch und ermüdend. Suchen Sie sich eine Plattform, die spielerisch eine Büroumgebung nachbaut, inkl. Teeküche, Balkon, Seminarräume etc. Neben den oben bereits erwähnten Plattformen kann ich Hubs von Mozilla wärmstens empfehlen.

Gefühle zeigen!
Idealerweise verfügt das ausgewählte Werkzeug auch über eine Gruppen- und eine Single-Chat Funktion inklusive Emoticons. Nutzen Sie auch den NIKO-NIKO-Kalender, um die Gefühlswelt der Scrum-Teammitglieder offen zu legen.

Bestimmt sind das nicht alle Tipps, die man geben kann. Doch beginnen Sie – als Remote Scrum Master – damit!

Hinweis: zum Thema Lernen in 3D-Welten halte ich bei Webinar für den Mittelstand am 25.05.2021 um 18.00 Uhr einen Vortrag.

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